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Newsletter | Kampagne für Saubere Kleidung

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
Heute am 24. April jährt sich der Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza zum 4. Mal. Obwohl das Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit (Bangladesh Accord) ins Leben gerufen wurde und einige der Sicherheitsmängel in Fabriken behoben werden konnten, werden in Bangladesch nach wie vor Arbeitsrechte verletzt. Im Dezember 2016 sind in Bangladesch zahlreiche Gewerkschafter- und Arbeiter*innen verhaftet und Gewerkschaftsbüros geschlossen worden, weil sie sich an einem friedlichen Streik für eine Erhöhung des Mindestlohns beteiligt haben. Außerdem wurden über 1500 Arbeiter*innen aus Fabriken entlassen, die Kleidung für H&M, Inditex (Zara/Bershka), VF (North Face) und Gap produzieren.

Inhaftierte Gewerkschafter*innen wurden aufgrund der internationalen Proteste freigelassen. Hierzu mag auch der von der Kampagne für Saubere Kleidung initiierte und gemeinsam von der Zivilgesellschaft und der im Textilbündnis vertretenen Wirtschaft formulierte Brief an die Premierministerin von Bangladesch beigetragen haben. Allerdings ist weiterhin nicht klar, ob die Strafverfahren gegen Gewerkschafter*innen eingestellt werden und ob es eine Neuverhandlung des gesetzlichen Mindestlohns geben wird.

Rana Plaza
Die Ruinen von Rana Plaza

Angesichts dieser Menschenrechtsverletzungen fordert die Kampagne für Saubere Kleidung, dass die von der EU an Bangladesch gewährte Zollvergünstigung bei der Einfuhr von Kleidung  auf den EU-Markt bei der massiven Verletzung von elementaren Rechten wie den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) überprüft werden müsste.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema im CCC Briefing Paper.

Die Kampagne für Saubere Kleidung ist angetreten, um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Textilindustrie zu verbessern. Unsere Arbeit in den Produktionsländern in Verbindung mit internationalen Kampagnen in breiten Bündnissen konnte konkrete Erfolge in Sachen Menschenrechte bei der Arbeit erzielen. 2016 beispielsweise wurden nach jahrelanger Kampagnenarbeit endlich die Überlebenden und Hinterbliebenen von Rana Plaza und der Brandkatastrophe in der Tazreen Fabrik in Bangladesch entschädigt. Auch sagte KiK zum 4. Jahrestag des Fabrikbrands der Ali Enterprise Fabrik in Pakistan endlich zu, eine Entschädigungssumme von 5,15 Millionen US-Dollar zu zahlen.

Damit die Kampagne für Saubere Kleidung weiterhin schnell auf Arbeitsrechtsverstöße in Produktionsländern reagieren kann und Arbeiter*innen vor Ort unterstützen kann, sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen! Spenden sie jetzt, um die Eilaktionen der Kampagne für Saubere Kleidung zu unterstützen und damit Solidarität mit Arbeiter*innen vor Ort zu zeigen.

Herzlichst Ihre,
Laura Ceresna-Chaturvedi

KAMPAGNENNEWS


Neue Transparenz Kampagne: Wir rufen die Modeunternehmen dazu auf, Informationen über ihre Zulieferfabriken offen zu legen.

Am 20. April startete die CCC Transparenz Kampagne: Zeige den Unternehmen, dass du wissen willst, wer deine Kleidung herstellt #GOTRANSPARENT: Als am 24. April 2013 das Rana-Plaza-Gebäude in Bangladesch einstürzte und Tausende Todesopfer und Verletzte hinterließ, war in der Öffentlichkeit kaum bekannt, wo Modeunternehmen ihre Kleidung produzieren lassen. Um die Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen, mussten in den Trümmern Etiketten gesucht werden. Vier Jahre nach der Katastrophe muss die Branche Transparenz zeigen! Hier die Petition unterschreiben! Videos #gotransparent und #Rana Plaza ansehen














Zwischen Nord und Süd. Die Kampagne für Saubere Kleidung kann auf einige Erfolge verweisen, hat aber noch viel zu tun

Farhat Fatima von der Pakistanischen Arbeitsrechtsorgansiation PILER schreibt über unsere Zusammenarbeit: Dass die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie im globalen Süden häufig sehr schlecht sind, ist weithin bekannt. Die Kampagne für Saubere Kleidung ist angetreten, um dies zu ändern, und gilt heute als Beispiel für erfolgreiche Kampagnenarbeit im Nord-Süd-Bereich. Doch während die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Mitgliedsorganisationen gut läuft, sind südliche Akteure untereinander häufig kaum vernetzt. Das soll sich nun ändern. ...weiterlesen


Öffentlicher Einkauf in NRW für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen global

Zivilgesellschaft begrüßt Fortschritte im Vergabegesetz und fordert nun wirksame Umsetzung. Ab jetzt sollen in NRW auch Aspekte dhttps://eu2.cleverreach.com/admin/mailing_create_wizard.php?id=10414524er Nachhaltigkeit bei der Beschaffung von Berfusbekleidung, Bürobedarf, IT-Waren usw. berücksichtigt werden. Bei einem Beschaffungsvolumen von 50 Mrd. € pro Jahr in NRW ist das ein wichtiger Schritt zur Stärkung fairer Wettbewerbsbedingungen! Das "Bündnis für öko-soziale Beschaffung NRW" hat lange dafür gekämpft mitbeteiligt waren auch einige unserer Trägerorganisationen. ...mehr erfahren.


Fashion Haulternative 

Im Vorlauf zur Fashion Revolution Week hat unsere Regionalgruppe Mannheim  ein etwas anderes Fashion Haul Video produziert, um auf die Missstände  in der Textilindustrie hinzuweisen. Ziel der Aktion ist auch,  damit Menschen zu erreichen, die gerne die "normalen" Fashion Hauls  ansehen und über unser Video vielleicht angeregt werden über ihren  Kleiderkonsum nachzudenken. Damit das klappt muss das Video jetzt aber  erstmal raus in die Welt: ...Video anschauen & teilen.

NEUE VERÖFFENTLICHUNGEN


Informell und ungeschützt. Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie im indischen Surat 

Überlange Arbeitszeiten, fehlende soziale Sicherungen, fehlende Arbeitsverträge - Missstände wie diese treten in der gesamten Textilproduktion in vielen verschiedenen Ländern auf. SÜDWIND zeigt mit der Studie zu den Arbeitsbedingungen in den Textilbetrieben der indischen „Seidenstadt“ Surat, dass die meisten Arbeitsverhältnisse auch dort informell, ungeschützt und schlecht entlohnt sind. Die Löhne der Befragten reichen bei weitem nicht für ein menschenwürdiges Leben aus. Viele Beschäftigte arbeiten zwölf Stunden täglich – und erreichen doch kaum den gesetzlichen Mindestlohn. ...mehr erfahren.


Zwei Paar Schuhe. Indonesische Lederschuhproduktion und Arbeitsrechte

Indonesien ist mit rund 1 Mrd. Paar Schuhen bzw. einem Weltmarktanteil von 4,4 % der viertgrößte Schuhproduzent nach China, Indien und Vietnam. Die Arbeitsbedingungen im Schuh- und Ledersektor lassen jedoch zu wünschen übrig. In dieser Change Your Shoes Studie berichten ArbeiterInnen die u. a. für die europäische Markenunternehmen, Lederschuhe herstellen über extrem niedrige Löhne, fehlende Gewerkschaften bzw. eine massive Einschränkung der Versammlungsfreiheit, nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge und Bestrafungen von ArbeiterInnen. ...mehr erfahren.


Der Schuh, der uns trägt -
Wissenswertes zur Schuhbranche
 


In der „Change Your Shoes“-Kampagne wurden im Dezember 2016 eine Beilage für die Tageszeitung „taz“ und eine Beilage für die Wochenzeitung „der Freitag“ veröffentlicht. Die darin gezeigten Beispiele offenbaren, dass es entlang der Wertschöpfungskette von Schuhen häufig zu Arbeitsrechtsverletzungen kommt. Die Recherchen in Asien und Europa belegen, dass Schuhe in vielen Produktionsländern unter sehr schlechten sozialen und ökologischen Bedingungen hergestellt werden und für Verbesserungen ein Umdenken der gesamten Branche notwendig ist. ...reinlesen.


Nachhaltigkeit braucht Gerechtigkeit. Die Bedeutung existenzsichernder Löhne und Einkommen für eine Green Economy

Unsere Weltwirtschaft kann und wird erst dann nachhaltig sein, wenn nicht nur ökologische Kriterien in allen Wertschöpfungsketten eingehalten werden, sondern auch grundlegende Menschenrechte. Diese Erkenntnis wird gestützt durch die Ergebnisse einer aktuellen SÜDWIND-Studie, welche den Aspekt existenzsichernder Löhne und Einkommen thematisiert. Demnach sind zwar bei der Definition existenzsichernder Löhne und Einkommen erhebliche Fortschritte erzielt worden, es mangelt aber noch an einer flächendeckenden Umsetzung. ...mehr erfahren.


Schritt für Schritt – Ihr Weg zur fairen öffentlichen Beschaffung 

Die Broschüre, Ergebnis der Zusammenarbeit von FEMNET und der Stadt Bonn im Projekt „Gute Arbeit fairbindet – Faire öffentliche Beschaffung“, richtet sich an Beschaffungsverantwortliche, die sich um eine soziale Einkaufspraxis für ihre Kommune bemühen, und an Organisationen, die sich erstmals mit dem Thema beschäftigen und einen Wegweiser durch die komplexe Materie wünschen. Die Broschüre kann als Printausgabe bei FEMNET bestellt oder heruntergeladen werden.


Wegweiser durch das Label-Labyrinth

Ob im Supermarkt, im Kaufhaus oder im Netz: Wer ethisch konsu­mieren will, bewegt sich durch ein Labyrinth aus Siegeln und Standards. Doch was genau verbirgt sich hinter den bunten Logos und den wohlklingenden Versprechen? Was wird dadurch eigentlich verbessert? Im neuen "Wegweiser durch das Label-Labyrinth" nimmt die Christliche Initiative Romero die bekann­testen Label für Kleidung und Lebens­mittel unter die Lupe. Eine übersichtliche Hilfe, um sich im stetig wachsenden Label-Labyrinth zurechtzufinden. Für nur 2 Euro hier bestellen.


Fair Fashion Guide geht heute online!

FEMNET hat in Kooperation mit Modejournalistinnen des Beneficial Design Institute Berlin einen Fair Fashion Guide herausgegeben. Auf 34 Seiten greifen Profi-Models, Fotografen und Stylisten das Thema nachhaltige und faire Mode auf, die unter menschenrechtlich verantwortlichen Bedingungen hergestellt wurde. Neben der Präsentation öko-fairer Textilien mit verschiedenen Modestilen gibt es Tipps für KonsumentInnen von der Kleiderpflege über's Teilen und Tauschen bis zum Up-Cyling von Kleidung. Öko-faire Kleidung ist für VerbraucherInnen erkennbar. Umwelt- und Sozialsiegel werden dargestellt und erläutert. www.fairfashionguide.de

AUS DEM NETZWERK ... IM PROFIL


Name: Tim Zahn

Rolle in der Kampagne: Koordinator für die zivilgesellschaftlichen Organisationen im Bündnis für nachhaltige Textilien

Engagiert sich für die Kampagne: seit 2016

Ort: Leipzig / ganz Deutschland

Dein Highlight mit der Kampagne: Die Arbeit mit überzeugten und engagierten Menschen, welche die weltweite Ausbeutung in der Textilindustrie nicht als gegeben hinnehmen und nicht aufgeben, für eine Verbesserung der Situation zu streiten.

TERMINE ZUM VORMERKEN

30. April 2017 | Bewerbungsschluss SPITZE NADEL | online! - Zum zweiten Mal möchten das INKOTA-netzwerk und die cum ratione gGmbH mit dem SPITZE NADEL Aktionspreis besonders wirksame Aktionen würdigen, die auf die Missstände in der Textil-, Schuh- und Lederindustrie aufmerksam machen und sich für die Menschenrechte bei der Arbeit stark machen. Bis zum 30. April können Sie sich für den Aktionspreis (und die 10.000€) bewerben. ...mehr erfahren.
9. Mai 2017  | Diskussionsveranstaltung zu Sozial- und Umweltstandards in der Schuh- und Lederindustrie | Taz Café  Berlin - Im Rahmen der Change Your Shoes Speakers Tour 2017 laden das INKOTA-netzwerk und das taz Café zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zu Arbeits- und Umweltbedingungen in der Schuh- und Lederindustrie und möglichen Lösungsansätzen ein. Zu Gast sind Gopinath Parakuni, Mitbegründer und Generalsekretär der südindischen Nichtregierungsorganisation Cividep, sowie Brinda Devi, Koordinatorin von Trainingsprogrammen für Fabrik- und HeimarbeiterInnen im Schuh- und Ledersektor. ...mehr erfahren.
24.-28. Mai 2017 | Deutscher Evangelischer Kirchentag | Berlin -  Die Kampagne für Saubere Kleidung wird von verschiedenen Gruppen aus unserem Netzwerk auf dem  Ev. Kirchentag vertreten. Es gibt unter anderem Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und Mitmachaktivitäten an den Infoständen.  ...mehr erfahren.
23. Juni 2017  | Stoff! Mehr Stoff!  |  Bielefeld  - Interdisziplinäres Kunst- und Forschungsprojekt zu Textilien und Mode feiert Premiere in der Textilstadt Bielefeld. ...mehr erfahren.

PRESSEECHO

24. März 2017 | taz | Kein Recht auf Ausbeutung - Gute Nachrichten aus Frankreich: Die gesetzliche Verpflichtung von Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz wurde durch das Verfassungsgericht bestätigt. Unsere Kolleginnen der französischen CCC, Collectif Ethique sur l'étiquette waren maßgeblich an der Kampagne beteiligt. …reinlesen.
22. März 2017 | neues deutschland | Illegale in türkischen Nähstuben - "In der Nachbarschaft von Bego Demir kam unlängst ein syrischer Textilarbeiter ums Leben. Nach einer überlangen Schicht geriet er mit dem Arm in eine Maschine; den Unfall habe er nicht überlebt. Demir, Aktivist beim türkischen Ableger der »Clean Clothes Campaign« sieht das nicht als Einzelfall. Die Textilindustrie seines Landes stütze sich zunehmend auf syrische Flüchtlinge, die ohne reguläre Arbeitsverträge beschäftigt und ausgebeutet würden. »Sie erhalten nur die Hälfte des Mindestlohns«, sagt Demir, »dabei reicht dieser ohnehin nicht aus, um einigermaßen über die Runden zu kommen«." …reinlesen.
13. März 2017 | Und jetzt retten WIR die Welt | Wir können die sozialen und ökologischen Missstände in der Kleidungs- und Schuhindustrie nicht mehr hinnehmen. Berndt Hinzmann von INKOTA-netzwerk spricht über faire Kleidung, die Missstände in der Modeindustrie und wie sich diese beheben lassen -  im Interview mit Und jetzt retten WIR die Welt.  ...reinschauen. 
07. März 2017 | Deutsche WelleStarke TextilarbeiterinnenDer Artikel samt Galerie zeigt die Foto-Ausstellung "Ich mache Deine Kleidung! Die starken Frauen aus Südost-Asien" von FEMNET e.V., die neun Frauen aus Textilfabriken in Kambodscha und Bangladesch in Wort und Bild porträtiert. Die Aufnahmen entstanden 2013, aber die Geschichten dahinter sind immer noch aktuell.  Es handelt sich um eine Wanderausstellung von FEMNET, die ausgeliehen werden kann. …reinlesen.
17. Januar 2017 | WDR | Unfaire Mode – Der hohe Preis für unsere Kleidung - Unsere Kleiderschränke sind voll. Doch wir kaufen weiter und weiter. Hauptsache, die Klamotten sind modisch und möglichst billig. Unter welch katastrophalen Bedingungen sie oft hergestellt wurden, ist ihnen nicht anzusehen. Interview mit Gisela Burckhardt von FEMNET ...reinschauen.  

UNTERSTÜTZEN SIE UNS MIT IHRER SPENDE!

Die Unterstützung und Spenden vieler Menschen haben es möglich gemacht, dass die Kampagne für Saubere Kleidung auf Arbeitsrechtsverletzungen in der globalen Bekleidungsindustrie aufmerksam macht und die Missstände nicht hinnimmt. Mit Ihrer Hilfe unterstützen wir unsere Partnerorganisationen im Globalen Süden in ihrem Kampf für ihre Rechte. 
Wir freuen uns über diese Dankesbotschaft unserer Kolleg*innen von der National Garment Workers Federation in Bangladesch. Dieser Dank gilt auch Ihnen! 

Damit wir Sie weiterhin umgehend über Arbeitsrechtsverletzungen in der globalen Bekleidungsindustrie aufmerksam machen und unsere Partnerorganisationen im Globalen Süden in ihrer Arbeit unterstützen können, sind wir auf Ihre Unterstützung in Form einer Spende angewiesen. Fordern Sie mit uns gemeinsam menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie!  Spenden Sie für die Kampagne für Saubere Kleidung!

BIS ZUM NÄCHSTEN MAL FINDEN SIE UNS IM NETZ:

www.saubere-kleidung.de

Koordination  Christiane Schnura
c/o VEM, Rudolfstr. 135, 42285 Wuppertal
koordination@saubere-kleidung.de

Koordination Eilaktionen  Laura Ceresna-Chaturvedi
c/o INKOTA-netzwerk, Chrysanthemenstr. 1-3, 10407 Berlin
eilaktionen@saubere-kleidung.de



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