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Newsletter | Kampagne für Saubere Kleidung

Liebe Unterstützer*innen,
seit Jahrzehnten sind Arbeiter*innen in der Bekleidungs- und Schuhindustrie entsetzlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, mit einem Armutslohn als Ergebnis am Ende eines jeden Monats. Die COVID-19-Pandemie zeigt mehr denn je, wie prekär das Leben dieser Arbeiter*innen ist. Einerseits sind sie aufgrund der Art ihrer Tätigkeit einem hohen Risiko ausgesetzt, infiziert zu werden und damit ihr Leben und das ihrer Familien zu gefährden. Auf der anderen Seite sind sie mit Hunger konfrontiert, weil sie ihren Lohn nicht erhalten oder entlassen werden. Insbesondere sind gewerkschaftlich organisierte Arbeiter*innen davon betroffen und werden diskriminiert. Die Gewerkschaften und unsere Partner aus Indien, Kambodscha, Bangladesch und Rumänien befürchten, dass die COVID-19-Krise zu einem Anstieg der Kinderarbeit, der Zwangsarbeit und des Menschenhandels führen wird und dass Arbeiter*innen in der Bekleidungsindustrie  in andere Berufe, einschließlich der Sexarbeit, abwandern werden.
Eine Demonstration für Lohnzahlungen in Pakistan, Foto: NTUF
Um Kosten zu drücken und Profite zu steigern, haben die meisten Markenfirmen und Einzelhändler bewusst ihre Produktion an Standorten konzentriert, wo Armutslöhne, Gewerkschaftsunterdrückung und schlechte Sozialversicherungssysteme vorherrschen. Wir fordern daher Marken und Einzelhändler auf, Ihre Verantwortung zum Schutz der Menschenrechte in Ihren Lieferketten wahrzunehmen und diese Lieferketten nachhaltiger, gerechter und widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu gestalten. Wir fordern von Marken und Einzelhändlern, dafür zu sorgen, dass alle Beschäftigten existenzsichernde Löhne erhalten, sichere Arbeitsbedingungen und Zugang zu Sozialleistungen haben.

Jetzt ist die Zeit für Veränderungen!


Wir appellieren an die Modefirmen: Lassen Sie nicht die Arbeiter*innen für die Covid-19-Krise bezahlen! Unterzeichne den Appell an die Modefirmen und setze dich mit uns gemeinsam für eine gerechte Bekleidungsindustrie ein, in der Mensch und Umwelt Vorrang vor Profiten haben.
Weitere Neuigkeiten aus unserem Netzwerk gibt es beim Weiterlesen. Viel Spaß und Motivation zum aktiv werden! 

Mit herzlichen Grüßen,

Artemisa Ljarja
Eilaktionskoordinatorin


CORONA-NEWS

Auf unserer Themenseite werden Informationen darüber zur Verfügung gestellt, welche dramatischen Auswirkungen die Coronakrise auf die Arbeitsumstände und Rechte von Arbeiter*innen in den weltweiten Lieferketten hat. Seit einem Monat fassen wir auch aktuelle Meldungen zu den Entwicklungen in einzelnen Ländern aus dem Live-Blog der internationalen Clean Clothes Campaign zusammen. Zum Beispiel:





KAMPAGNENNEWS


Im Gedenken an die Opfer von Rana Plaza: Sorgfaltspflicht wahrnehmen!  
Am 24. April 2013 stürzte in Bangladesch das Rana-Plaza-Gebäude ein. Das größte Unglück in der Geschichte der Textilindustrie forderte mehr als 1.000 Menschenleben. Damals standen die desaströsen Arbeitsbedingungen in der globalisierten Modebranche wie nie zuvor im Medienrampenlicht. Heute erleben Textil- und Schuharbeiter*innen weltweit wieder eine unvorstellbare Katastrophe. Doch die Weltöffentlichkeit schaut kaum hin – und globale Modeunternehmen versuchen sich ihrer Verantwortung für faire Einkaufspraktiken zu entziehen. Mit einem Aktionsvideo forderten Aktivist*innen der Kampagne für Saubere Kleidung am 7. Jahrestag die Modeunternehmen und die Politik in Deutschland auf, ihre Sorgfaltspflichten wahrzunehmen. ...anschauen!


Entschädigung fehlt weiterhin – 5. Jahr nach der Schließung der Fabrik Jaba Garmindo
Am 22. Mai jährte sich zum fünften Mal die Insolvenz der Fabrik Jaba Garmindo in Indonesien. 2.000 ehemalige Arbeiter*innen, die für Uniqlo und die deutsche Marke s.Oliver Kleidung herstellten, ringen nach wie vor um die ihnen gesetzlich zustehende Abfindung in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar. Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert, um die finanzielle Notlage dieser Arbeiter*innen zu beheben, die volle Abfindungshöhe auszahlen. ...weiterlesen


Beschwerdeverfahren gegen Adidas – Deutsche Kontaktstelle der OECD bleibt hinter Erwartungen zurück
Die Nationale Kontaktstelle der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin legte ihre Abschlusserklärung zum Beschwerdeverfahren gegen die Adidas AG vor. Anlass waren Arbeitsrechtsverletzungen bei einem indonesischen adidas-Zulieferer. Das SÜDWIND-Institut, die internationale Clean Clothes Campaign und die indonesische Arbeitsrechtsorganisation LIPS äußern sich enttäuscht über die jetzt vorgelegte Abschlusserklärung. ...weiterlesen


Reisebericht: Aus dem Leben von Schuh- und Lederarbeiter*innen in Indien 
Anfang des Jahres waren Mitarbeiter*innen von INKOTA und SÜDWIND vor Ort in Kanpur und Ambur und haben mit Arbeiter*innen gesprochen. Wir haben uns über die folgenden Fragen ausgetauscht: Was sind die größten Fabrik- und Alltagsprobleme? Wie kämpfen sie für bessere Lebensbedingungen? Wie können wir sie dabei unterstützen? Anne Neumann von INKOTA berichtet. …weiterlesen


Fast Fashion auf der Seidenstraße
Ohne zu übertreiben und trotz aktueller Einbrüche durch die Corona-Pandemie kann China als der Global Player schlechthin bezeichnet werden. Eines der aktuell vorangetriebenen Großprojekte Chinas ist die Belt and Road Initiative, bei uns als „Neue Seidenstraße“ bezeichnet, die im Fokus eines neuen SÜDWIND-Projekts steht. Was bedeutet dieses langfristige Infrastrukturvorhaben für die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie der beteiligten Länder? Zu dieser Frage arbeitet SÜDWIND im Rahmen eines Projektes, das von Engagement Global und der Stiftung Umwelt und Entwicklung finanziert wird, in den nächsten Monaten. Kontakt: Dr. Sabine Ferenschild: ferenschild@suedwind-institut.de ...mehr dazu


MITMACHEN!


Fordere mit uns: Ein echter BOSS engagiert sich!
Angesichts der neuesten Rechercheergebnisse “Ausbeutung Made in Europe” fordern Brot für die Welt und die Kampagne für Saubere Kleidung von Unternehmen und der Bundesregierung, die menschenrechtliche Verantwortung in Lieferketten endlich ernst zu nehmen und gesetzlich zu verankern. Schreib einen Musterbrief an HUGO BOSS und fordere “A real BOSS pays a Living Wage


NEUE VERÖFFENTLICHUNGEN


Ausbeutung in Europa: Menschenrechtsverstöße in der Produktion für deutsche Modemarken
Bei der Produktion unserer Kleidung werden immer noch Menschen- und Arbeitsrechte verletzt – auch bei uns in Europa. Die neuesten Rechercheergebnisse von der Kampagne für Saubere Kleidung gemeinsam mit Brot für die Welt legen Menschenrechtsverstöße in der Produktion von Hugo Boss, Gerry Weber, Esprit sowie deutschen Supermarkt-, Drogerie- und Modeketten offen. ...Bericht herunterladen. Unsere Regionalgruppe Görlitz hat Bettina Musiolek, eine der Autorinnen der Studie, dazu interviewt.


FEMNET-Ideenpool – Aktiv für faire Mode an der Hochschule
Von Kleidertauschschränken über Filmvorführungen bis hin zu Aktionstheater und Fachvorträgen – Studierende können auf viele Arten an ihrer Hochschule für Mode und Menschenrechte aktiv werden. Der neue Ideenpool von FEMNET ist eine offene Sammlung von inspirierenden Projekten und Veranstaltungen. Er macht auf die Problematiken der textilen Kette aufmerksam, schärft das Bewusstsein und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. ...herunterladen

AUS DEM NETZWERK ... IM PROFIL

Name: Mara Kemlein

Rolle in der Kampagne: 
Seit 2015 bei der Berliner Aktionsgruppe aktiv und seit Anfang Mai für die Betreuung der Social-Media-Kanäle der Kampagne für Saubere Kleidung zuständig.

Engagiert sich für die Kampagne:
Durch Planung und Umsetzung von Aktionen auf den Straßen Berlins, z.B. mit einem überdimensionierten Jenga-Spiel, um auf fehlenden Arbeitsschutz in den Fabriken hinzuweisen…

Ort:
Berlin

Dein Highlight mit der Kampagne:
Der überregionale Flashmob zum Lieferkettengesetz im letzten November!

Aktion Berliner Aktionsgruppe zur Primark-Eröffnung: Schluss mit der Wegwerfmode!

PRESSEECHO

17. Mai 2020 | rbb24 | Am Ende der Lieferkette- Wegen der Corona-Krise haben viele Modemarken ihre Aufträge storniert und das trifft vor allem die Arbeiter vor Ort. ...lesen 
11. Mai 2020 | Spiegel | Am Ende der Lieferkette- Eine Million Näherinnen in Bangladesch verloren ihre Jobs, seit in Europa die Läden schließen mussten. Jetzt wollen sie wieder produzieren. Die Arbeiterinnen haben die Wahl: zwischen Verhungern und Infektionsrisiko. ...lesen
05. Mai 2020 | Radio F.R.E.I. | Ausbeutung in der Textilindustrie - Menschenrechtsverletzungen in Südosteuropa: Dr. Bettina Musiolek berichtet über die Arbeitsbedingungen in der Ukraine, Serbien, Kroatien und Bulgarien. ...anhören
28. April 2020 | FashionUnited | Ausbeutung in Europa: Menschenrechtsverstöße in der Produktion für deutsche Modemarken-Eine neue Recherche der Kampagne für Saubere Kleidung und Brot für die Welt zeigt, dass diese Arbeitsbedingungen auch bei der Produktion in Europa vorherrschen. ...lesen
24. April 2020 | Sourcing Journal | European Garment Workers Making Clothes for Hugo Boss Face COVID-19 Duress, Too. ...lesen
19. April 2020 |  RBB Kultur | Textilarbeiter*innen in Indien und Bangladesch ohne Arbeit- Gespräch mit Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende FEMNET. ...anhören
18. April 2020 | Utopia |  Sweatshop: Ausbeuterische Modeherstellung und was du dagegen tun kannst. ...lesen
15. April 2020 | Frankfurter Rundschau | Schonfrist für Modehändler- Das Textilbündnis reagiert auf die Corona-Krise: Die Unternehmen müssen 2020 nicht über ihre Anstrengungen für nachhaltigere Lieferketten berichten. ...lesen
14. April 2020 | franzmagazine | „Diese Krise darf nicht auf Kosten der Letzten in der Kette gehen“ –Interview mit Dr. Bettina Musiolek über die neue Studie über die Arbeitsbedingungen in Ost-/Südosteuropa und die Auswirkungen der Pandemie auf diese Arbeiter*innen. ...lesen
06. April 2020 | Spiegel | Die Vergessenen der Coronakrise- In guten Zeiten nähen sie am laufenden Band für Ketten wie C&A oder Primark. Wegen der Coronakrise stornieren Modekonzerne aber Aufträge in Milliardenhöhe, Ländern wie Bangladesch droht eine Katastrophe. ...lesen

FÜR DIE KAMPAGNE SPENDEN!

Unsere neueste Studie “Ausbeutung Made in Europe” zeigt erneut, dass Arbeiter*innen in Kroatien, Serbien, Bulgarien und der Ukraine Löhne unterhalb der Armutsgrenze erhalten, obwohl sie für renommierte deutsche Marken wie Hugo Boss, Esprit und Gerry Weber produzieren. Wir haben diese Marken um eine öffentliche Reaktion auf die Ergebnisse des Berichts gebeten. Alle drei Unternehmen wiederholen ihre Beteuerungen über ihre menschenrechtliche Verantwortung in der Lieferkette, über ihr Engagement für existenzsichernde Löhne und die „zertifizierte Herkunft” ihrer Produkte. Trotz der vielen Worte hat sich an der Situation der Beschäftigten jedoch nichts geändert – im Gegenteil, wie die aktuellen Auswirkungen der Coronakrise auch in Europa überdeutlich zeigen.

Textilfabrik in der Ukraine. Foto: Yevgenia Belorusets

Auf der Aktionärshauptversammlung von Hugo Boss forderte unsere Mitgliedsorganisation FEMNET das Unternehmen öffentlich auf, keine Dividenden zu zahlen, sondern den Löhnen der Arbeitnehmer*innen und ihrem Recht auf Sozialversicherung Vorrang einzuräumen, anstatt sich auf die Gewinne der Aktionäre zu fokussieren. 

Wir bemühen uns nach Kräften, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu unterstützen und ihnen in diesen schwierigen Zeiten unsere Solidarität zu zeigen. All diese Aktivitäten erfordern jedoch Geld und dafür brauchen wir Dich! 

Hilf uns weiterhin Druck auf die Marken auszuüben, damit das Wohlergehen der Arbeitnehmer*innen vor den unternehmerischen Profit gestellt wird. Jetzt spenden!

Unser Spendenkonto

...wird von unserer Mitgliedsorganisation INKOTA geführt: 

INKOTA-netzwerk e.V
KD-Bank
IBAN: DE75 3506 0190 1555 0000 29 
BIC: GENODED1DKD 
Stichwort: CCC

Wer eine steuerwirksame Spendenquittung möchte, sollte dies beim Spenden-Formular angeben.

BIS ZUM NÄCHSTEN MAL FINDET IHR UNS IM NETZ:
www.saubere-kleidung.de

Koordination  |  Christiane Schnura 
c/o VEM, Rudolfstr. 135, 42285 Wuppertal
koordination@saubere-kleidung.de

Koordination Eilaktionen  |  Artemisa Ljarja

c/o ENS, Kreuzstraße 7, 01067 Dresden
eilaktionen@saubere-kleidung.de

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