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Newsletter | Kampagne für Saubere Kleidung

Liebe Unterstützer*innen,

Die Hungerlöhne in der Bekleidungsindustrie sind oft in der Tiefe komplexer und geheimnisvoller Lieferketten verborgen. Mangelnde Transparenz macht es den Unternehmen leicht, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Dabei wäre es gerade jetzt in Zeiten der Corona-Krise (siehe unten) nötiger den je: Modeunternehmen stornieren unrechtmäßig ihre Bestellungen, sodass Arbeiter*innen von Fabrikschließungen und Massenentlassungen betroffen sind. Da sie jahrelang viel zu wenig Lohn erhalten haben, sind nun Millionen von ihnen unmittelbar in ihrer Existenz bedroht. Das Argument für Transparenz und einen existenzsichernden Lohn ist noch nie so stark gewesen wie heute.
FASHION CHECKER - Die Lieferkette ins Rampenlicht rücken, Foto: Yevgenia Belorusets
Die Webseite Fashion Checker deckt Details über Lieferketten der größten Modemarken der Welt auf, darunter Zalando, H&M, Primark, adidas und Hugo Boss. Das neue Online-Tool der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) verrät, wo und wie deine Kleidung hergestellt wurde. Dafür haben wir hunderte Beschäftigte ebenso wie 108 Modehändler befragt – erstmals in so flächendeckendem Ausmaß. Ergebnis: 93% der befragten Modehäuser zahlen ihren Lieferanten keinen Lohn, der für die Arbeiter*innen zum Leben reicht. 63% informieren gar nicht oder nur rudimentär über ihre Lieferketten.

Finde mit FASHION CHECKER heraus, wie fair deine Lieblingsmarke zahlt…

Und es gibt weitere News aus unserem Netzwerk. Und damit wünsche ich viele interessante Momente bei der Lektüre unseres Newsletters!

Mit herzlichen Grüßen,

Artemisa Ljarja
Eilaktionskoordinatorin


CORONA-NEWS

Auf unserer Themenseite werden Informationen darüber zur Verfügung gestellt, welche dramatischen Auswirkungen die Coronakrise auf die Arbeitsumstände und Rechte von Arbeiter*innen in den weltweiten Lieferketten hat. Dort fassen wir auch aktuelle Meldungen zu den Entwicklungen in einzelnen Ländern aus dem Live-Blog der internationalen Clean Clothes Campaign zusammen. Zum Beispiel:





KAMPAGNENNEWS


Zwangsarbeit in Xinjiang stoppen! – Einer internationale Aktionsaufruf an Unternehmen
Millionen Uyghur*innen arbeiten in der Provinz Xinjiang und in Fabriken innerhalb Chinas unter menschenunwürdigen Bedingungen, auch in der Textilindustrie. Textil- und Bekleidungsunternehmen außerhalb Chinas profitieren von diesen Zuständen. Gemeinsam mit einem internationalen Bündnis fordert SÜDWIND daher alle Unternehmen, die (Vor-)Produkte aus Xinjiang beziehen, dazu auf sicherzustellen, dass ihre Produkte keine Zwangsarbeit enthalten. ...weiterlesen


Großer Erfolg für die Menschenrechte: Bundesminister kündigen Lieferkettengesetz an – Merkel stellt sich hinter die Pläne 
Halten sich deutsche Unternehmen freiwillig an menschenrechtliche Standards? Leider nein. Trotz der niedrigen Anforderungen des sogenannten „NAP-Monitorings“ schaffen es nur 22 Prozent der Unternehmen, diese zu erfüllen. Die Ansage der Bundesminister Heil und Müller ist klar: Jetzt soll das Lieferkettengesetz kommen! Die Bundeskanzlerin hat sich hinter die Pläne gestellt. Es wäre ein großer Erfolg für die Menschenrechte! ...weiterlesen


3000 entlassene Arbeiter*innen bei einem Zulieferer von H&M und Zara in Bangladesch
Im Zuge der Corona-Krise offenbaren sich die prekären Arbeitsverhältnisse in der Bekleidungsindustrie. Entlassungen und Lohnausfälle setzen sich fort: Weitere 3000 Textilarbeiter*innen wurden von jetzt auf gleich entlassen. Sie reagieren mit Protest und einem symbolischen Hungerstreik. ...weiterlesen


Näherinnen in der Textilindustrie brauchen Lohngarantie von Modefirmen 
Wie nehmen die Modemarken und -händler in der Corona-Krise ihre Verantwortung in der Lieferkette wahr? Erst in jüngster Zeit beginnen einige Handelshäuser damit, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Nach dem öffentlichen Aufschrei hat sich eine Reihe von Unternehmen verpflichtet, alle vor dem Ausbruch der Pandemie erteilten Aufträge zu bezahlen. ...weiterlesen



Was hat die Corona Pandemie mit verantwortlichem Einkauf zu tun?
Diese Frage stellten sich zukünftige Verwaltungsangestellte der Stadt Hamburg in fünf Workshops. Im Rahmen des Projektes „Gute Arbeit fairbindet. Faire öffentliche Beschaffung in die Breite tragen“ wurden insgesamt 100 Zweitsemester der Hochschule für angewandte Wissenschaft weitergebildet. ...weiterlesen


Fair Wear Works: GNF und FEMNET unterstützen Unternehmen bei ökologisch-fairem Textileinkauf
Der Global Nature Fund (GNF) und FEMNET starten ein gemeinsames Projekt zur Verbesserung der Beschaffung von Textilien in Unternehmen. Durch gezielte Einkaufsstrategien werden nachhaltige Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen entlang der Lieferkette positiv beeinflusst. Für die Ermittlung der Beratungsbedarfe läuft derzeit eine Umfrage für alle interessierten Unternehmen. ...weiterlesen


MITMACHEN!


Schluss mit der Blockade von Menschenrechten und Umweltschutz, Herr Altmaier!
In den letzten Wochen sind wir einem Lieferkettengesetz deutlich näher gekommen. Die Bundesminister Heil und Müller haben angekündigt, ein Gesetz vorzulegen. Auch die Kanzlerin hat sich inzwischen für ein Lieferkettengesetz ausgesprochen – ebenso wie immer mehr deutsche Unternehmen. Nur einer versucht weiterhin zu blockieren: Bundeswirtschaftsminister Altmaier. Deshalb starten wir heute eine neue Protestaktion. Schreib eine Protest-Mail an Altmaier!


NEUE VERÖFFENTLICHUNGEN


Geschlechtergerechtigkeit in globalen Lieferketten – Forderungen an Politik und Unternehmen
In globalen Wertschöpfungsketten sind Frauen vielfach benachteiligt und größeren Risiken ausgesetzt als Männer. Die Bandbreite reicht von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz über Arbeitsbedingungen, die keine Rücksicht auf die Sorgearbeit von Frauen nehmen bis hin zu ungleicher Bezahlung. Deswegen fordert  FEMNET gemeinsam mit 11 weiteren Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen in einem aktuellen Positionspapier ein geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz! Herunterladen


Seminar-Aufzeichnung: FASHION CHECKER – Ausbeutung im Rampenlicht
2020 haben wir mit der internationalen Clean Clothes Campaign die Aussagen von über 100 Modeunternehmen und die tatsächlichen Löhne von Textilarbeiter*innen verglichen und diese am 23. Juni auf fashionchecker.de veröffentlicht. In diesem Online-Seminar berichten wir darüber, was Modeunternehmen den Arbeiter*innen, die unsere Kleidung nähen, wirklich zahlen. Video anschauen


So funktioniert das Lieferkettengesetz!
Gerade in Krisenzeiten wird deutlich: Nachhaltige Lieferketten müssen her! Ein Lieferkettengesetz ist dafür dringend notwendig. Aber wie funktioniert das eigentlich genau? Und was muss drin sein im Gesetz, damit es wirkt? Die Antworten auf alle Fragen gibt’s in unserem neuen Video vom Forum Fairer Handel und dem Weltladen-Dachverband. Video anschauen


Globales Lernen trifft Kneipenquiz! Quiz Dich Solidarisch!
Das Quiz ist eine gute Gelegenheit sich spielerisch mit der Thematik Mode & Menschenrechte zu beschäftigen und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen. Es geht um die Schattenseite der Modeindustrie, Arbeitsbedigungen der Textil- und Schuharbeiter*innen und den Kampf für Arbeit in Würde. Auch wird der Frage nachgegangen, was es mit einem Lieferkettengesetz auf sich hat und warum dies so wichtig ist. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Hier könnt ihr das Quiz selber durchführen!


Augen auf beim Kleiderkauf: Siegelübersicht auf einen Blick
Einkaufen und dabei faire Arbeitsbedingungen für die Textilproduzent*innen und die Umwelt unterstützen, das geht ganz einfach. Die Neuauflage des Flyers „Augen auf beim Kleiderkauf“ von FEMNET zeigt, welche Siegel für faire Konditionen in der Textilproduktion stehen. Herunterladen


AUS DEM NETZWERK ... IM PROFIL

Name: Isabell Ulrich

Rolle in der Kampagne: Seit Juli Koordinatorin der Kampagne als Nachfolgerin von Christiane Schnura. Davor Referentin für Saubere Kleidung bei CCC-Mitglied Christliche Initiative Romero (CIR). 

Engagiert sich für die Kampagne: Hauptsächlich organisiere ich die Treffen unserer Mitglieder, leite Informationen weiter und koordiniere weitere interne Prozesse. Aber ich gebe auch gerne Seminare und Interviews für die Presse und Wissenschaft, um das Thema Arbeitsrechte in der Bekleidungsindustrie in die breite Öffentlichkeit zu tragen.

Ort: Dortmund

Dein Highlight mit der Kampagne: Die gemeinsame Kampagne vieler Regionalgruppen zum 50. Geburtstag von Primark, die in vielen Städten und im Netz ein starkes Zeichen gegen das Fast Fashion-System gesetzt hat.

TERMINE ZUM VORMERKEN

KIEL | 21. August-04. Dezember 2020 | Slow Fashion Coach Qualifizierung- Wir bieten dir eine Qualifizierung in sechs ganztägigen Modulen, bei der du den Auswirkungen der Bekleidungsherstellung – auf die Umwelt sowie auf die Einhaltung der Menschenrechte – auf die Spur kommst. ...mehr
ONLINE | 31. August 2020 | Textilbranche: Keine Gnade in der Krise– Der Themenabend beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Fast Fashion, Konsum, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in den Produktionsländern. ...mehr
ONLINE | 17. September 2020 | Wie sind die Arbeitsbedingungen in Osteuropäischen Produktionssstätten? Online-Seminar zur Situation in den Nähfabriken in Osteuropa ...mehr
ONLINE | 17. September 2020 | Fast Fashion-Der Trend der Wegwerfkleidung- Die Koordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung, Isabell Ullrich, legt in ihrem Vortrag den Finger in die Wunde und zeigt, dass die großen Marken mit ihrer Einkaufspraxis sehr wohl verantwortlich sind für die unwürdigen Zuständen in den Fabriken. …mehr
ONLINE | 26. September 2020 | Von Fast Fashion zu Fair Fashion- Expertinnen aus Nicaragua und Großbritannien teilen ihre Meinung dazu, was wir als bewusste Verbraucher*innen tun können, um eine gerechtere, weniger ausbeuterische Modewelt zu schaffen. ...mehr
LEIPZIG | 27. September 2020 | ‘Fashion Made in Europe’ – Eine Faire Illusion? Gast und Referentin der Veranstaltung ist Ana Vragolović von der Clean Clothes Campaign Kroatien-Bosnien-Herzegovina. Sie ist eine der Autorinnen der Studie „Ausbeutung Made in Europe“ und des Länderprofils „Kroatien“ der Clean Clothes Campaign und berichtet über die dortige Bekleidungsindustrie. ...mehr
CRIMMITSCHAU | 28. September 2020 | Made in Europe - Erfahrungsberichte aus der Textilproduktion- Die Veranstaltung findet an dem Ort statt, wo 1903/4 Textilarbeiterinnen erstmals für einen 10-Stunden-Tag streikten. Gast und Referentin der Veranstaltung ist Ana Vragolovic von der Clean Clothes Campaign Kroatien-Bosnien-Herzegovina und eine der Autorinnen der Studie "Ausbeutung Made in Europe" und des Länderprofils „Kroatien“ der Clean Clothes Campaign. ...mehr
POTSDAM | 20.-22. November 2020 | Change Your Shoes Aktionsworkshop- Was haben Schuhe mit einem Lieferkettengesetz zu tun? Findet es heraus in unserem dreitägigen Aktionsworkshop. ...mehr
MAGDEBURG | 19.-21. März 2020 | Bundesweites Aktionstreffen- Einmal im Jahr treffen sich Aktivist*innen, Multiplikator*innen sowie Interessierte der Kampagne. Ob Neueinsteiger*in oder langjährige Verfechter*in, alle sind willkommen! ...mehr

PRESSEECHO

14. Juni 2020 | ZDF | planet e. pandemie: Wie die Modebranche leidet – Die Modebranche leidet heftig unter der Corona-Krise. Hersteller wie Händler sitzen auf Millionen unverkaufter Kleidungsstücke. Eine ganze Saison droht wegzubrechen. ...anschauen
Mai 2020 | Reflekt | Im Stich gelassen – Wie C&A und die andere Modemarken die Kosten der Corona-krise auf die Arbeiter*innen in Bangladesch abwälzen wollen.  ...mehr

FÜR DIE KAMPAGNE SPENDEN!

Die Covid-19-Pandemie hatte katastrophale Folgen für die Beschäftigten in der globalen Bekleidungsindustrie. Aufgrund des plötzlichen Nachfrage-Rückgangs stornierten Markenfirmen Aufträge, ohne dafür zu bezahlen. Die Clean Clothes Campaign (CCC) untersuchte wie viel Lohnausfall Millionen von Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie weltweit hinnehmen mussten. Es wird geschätzt, dass allein in Süd- und Südostasien die Arbeiter*innen in der Bekleidungindustrie 38% weniger Einkommen erhielten.

Covid19-Hilfe für Textilarbeiter*innen, die ihren Lohn nicht erhalten, Bangladesch. Foto: NGWF

Mit Hilfe des Eilaktions-Systems versuchen wir, so viele Fakten und Daten wie möglich zu sammeln, die zeigen, dass die Marken es versäumen, die Sorgfaltspflicht entlang ihrer Lieferketten einzuhalten. Wir erhalten ständig Anfragen um Hilfe von Arbeiter*innen, die nicht bezahlt wurden oder die aufgrund ihrer Gewerkschaftsarbeit entlassen werden. Damit wir diese Arbeiter*innen weiterhin unterstützen können, brauchen wir Deine Hilfe. 

Hilf uns mit Deiner Spende für die Koordination der Eilaktionen, damit wir weiterhin Druck auf die Marken ausüben können, in dieser schrecklichen Situation verantwortungsvoll zu handeln.

Unser Spendenkonto

...wird von unserer Mitgliedsorganisation INKOTA geführt: 

INKOTA-netzwerk e.V
KD-Bank
IBAN: DE75 3506 0190 1555 0000 29 
BIC: GENODED1DKD 
Stichwort: CCC

Wer eine steuerwirksame Spendenquittung möchte, sollte dies beim Spenden-Formular angeben.

BIS ZUM NÄCHSTEN MAL FINDET IHR UNS IM NETZ:
www.saubere-kleidung.de

Koordination  |  Christiane Schnura 
c/o VEM, Rudolfstr. 135, 42285 Wuppertal

Koordination  |  Isabell Ullrich
c/o Amt für MÖWe, Olpe 35, 44135 Dortmund
koordination@saubere-kleidung.de

Koordination Eilaktionen  |  Artemisa Ljarja

c/o ENS, Kreuzstraße 7, 01067 Dresden
eilaktionen@saubere-kleidung.de

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